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Innere Wege

Schionatulander

Impulse, die aus dem Inneren des Menschen aufsteigen und die sich zu einem Werk formen, sind im Todeshoroskop durch sinngemäße Planetenschleifen oder Transite angekündigt. Wenn in Zeiten schöpferischer Tätigkeit weder eine Planetenschleife noch Transite vorhanden sind, ist ein anderes Ich als das gemeinte in diesem Menschen verkörpert. Auch wenn Planetenschleifen oder Transite vorliegen, die nicht mit dem Werk zusammenstimmen, befinden Sie sich in Ihrer Forschung auf Irrwegen.

Wir möchten vier Etappen der inneren Entwicklung des Aquinaten und seines Werks hervorheben.
Die Planetenschleifen weisen auf die Schaffenskräfte, die im wahren Wesen des Thomas erwachten; sie geben auch die Zeitspannen an, in denen seine Kreativität besonders aktiv war. Während ein Planet eine Schleife bildete, begann Thomas ein neues Werk oder fügte einem schon begonnenen Werk neue Inhalte ein.
Das Ich aber, dem die zukünftige Erdentat schon im vorgeburtlichen Dasein anvertraut worden war, bestimmte die Werke und die Ziele, zu denen es die schöpferischen Fähigkeiten im gegebenen Zeitraum gebrauchen wollte.

Die innere Berufung

 
 
 

Fig. 1

 

Jupiters Schleifenbahn (Fig. 1) erweckte den Jupiter des Sterbehoroskops. Frömmigkeit erfüllte Schionatulanders Seele, die in Thomas von Aquin lebte..

Venus und Mars, die im Sterbehoroskop Schionatulanders in Konjunktion stehen, symbolisieren ein überaus starkes Gefühlsleben. Seit dem Jahre 1242 bildeten sich Uranusschleifen über Venus† und Mars†. Das Sextil, das die beiden mit Uranus† verbindet, wurde durch diese Schleifenbahn aktiviert. Das Gefühlsleben wurde von einer intensiven Entwicklung ergriffen. Die Seele wollte ihre Liebe zu Christus in neuen Formen ausdrücken und sie in Taten ausleben.

1243 oder 1244 trat Thomas gegen den Willen seiner Familie dem Armutsorden der Dominikaner bei. In seinem Geburtshoroskop würden wir sehen, dass er eine schwere Zeit erlebte: im November 1243 oder im April 1244 wurde er auf seinem Wege nach Bologna oder Paris von seinen Brüdern ergriffen und in Roccasecca bis im Sommer 1245 festgehalten. Während seiner Gefangenschaft studierte er die Bibel, die aristotelischen Schriften und die Sentenzen des Petrus Lombardus.


Das Urbild des Werks

 
 
 

Fig. 2

 

Die Saturnschleife (Fig. 2) belebte den Saturn† und die Konjunktion, die Letzterer mit Neptun† bildet.

 
 
 

Fig. 3

 

Das Diagramm, das die täglichen Stände zeigt, erstreckt sich nur über vier Monate (Fig. 3). In Wirklichkeit dauerte der Übergang des südlichen Mondknotens über den Merkur† und über den Deszendenten der Lokalisierung ungefähr elf Monate: Er begann am 3. Juni 1253 und endete am 15. Mai 1254.
Im Sterbehoroskop sind Merkur† und der Drachenschwanz† durch ein Sextil verbunden. Der absteigende Mondknoten aktivierte diesen Aspekt.

Im Todeshoroskop bilden Saturn und Neptun ein Sextil mit Merkur. Die Merkurschleife belebte diesen Aspekt.

Die Figuren 2 und 3 gehören zusammen. Sie symbolisieren die Begründung einer geistigen (Drache) Lehre, die mit scholastischer Logik (Saturn und Merkur) erarbeitet wurde.
In den Jahren 1252 bis 1254 wiederholte sich gewissermaßen die Erweckung, die 1224 Schionatulanders Reinkarnation eingeleitet hatte. Darum müssen wir die Lehre, an der Thomas zu jener Zeit arbeitete, als den wahren Beginn seines Lebenswerks betrachten.

1251 oder 1252 fragte Ordensgeneral Johannes von Wildeshausen bei Albert (Albertus Magnus) wegen eines geeigneten Kandidaten an, der als Bakkalaureus in Paris lehren könne. Albert schlug seinen Assistenten vor. Das Zögern des Ordensgenerals, diesem Vorschlag zuzustimmen, war im Umstand begründet, daß Thomas für diese Aufgabe nach den Statuten mit 27 Jahren um zwei Jahre zu jung war. Der notwendige Dispens wäre normalerweise leicht erfolgt; zu dieser Zeit bestanden aber erhebliche Spannungen mit dem Weltklerus. Auf Drängen Alberts und des Kardinal Hugo von Saint-Cher, dem zweiten dominikanischen Magister in Paris, ernannte Johannes Thomas zum Sententiarius. Unter der Verantwortung des Magisters Elias Brunet von Bergerac trat Thomas sein neues Amt an. Zwischen 1252 und 1256 las Thomas über die Sentenzen des Petrus Lombardus. Daraus erwuchs der Kommentar zu den vier Büchern der Sentenzen (Scriptum super libros Sententiarum). Bis 1256, als Thomas seine Tätigkeit als Magister aufnahm, war die Redaktion des Werkes noch nicht beendet. Thomas kommentierte den Text und formulierte zahlreiche Fragen, in denen bereits sein eigenes Denken aufscheint; inhaltlich behandelte er fast das gesamte Gebiet der Theologie, so daß die Forschung den Sentenzenkommentar als die erste theologische Synthese des Aquinaten betrachtet. Thomas verarbeitete zum Teil Vorlesungen Alberts. Die Sentenzen stellten eine systematische Sammlung von Kirchenvätertexten zu den Hauptinhalten des christlichen Glaubens dar. (3)

Die Transite erstrecken sich nicht über die ganze Zeitspanne, in der Thomas über die Sentenzen schrieb. Zur Zeit der Transite erhöhten sich die Schaffenskräfte und die Seele erfüllte sich mit Inspirationen. Sie schaute schon das ganze Werk, während es erst begonnen war.


Der Kämpfer

 
 
 

Fig. 4

 

Jupiter und Mars des Sterbehoroskops stehen einander gegenüber. 1269, als Mars eine Schleife über dem Jupiter† bildete, wurde der Aspekt belebt (Fig. 4). Das war die Ankündigung eines theologischen (Jupiter) Streits (Mars).
Zugleich lief der Mondknoten über den Drachen†. Da Mars† und der Drache† durch eine Quadratur verbunden sind, war ein Kampf (Mars) um geistige (Mondknoten) Fragen zu erwarten.

1268-1272 kehrte Thomas zu einem zweiten Aufenthalt als Lehrer nach Paris zurück. Es galt die aristotelische Philosophie zu verteidigen, den averroistischen Monopsychismus zu bekämpfen und den Orden gegen die erneuten scharfen Angriffe des Säkularklerus zu verteidigen. In De perfectione spiritualis vitae, entstanden zwischen 1269 und 1270, griff Thomas in den wieder aufgeflammten Mendikantenstreit ein.(…) In den Streit um den sogenannten Averroismus griff Thomas u.a. mit De unitate intellectus contra averroistas ein (wohl 1270). (4)

Mendikanten: Bettelmönche (Dominikaner und Franziskaner)


Sehnsucht nach dem Himmel

 
 
 

Fig. 5

 

Im Todeshoroskop bilden Venus und Mars eine Quadratur mit dem Mondknoten. Der laufende absteigende Mondknoten erweckte 1273 diesen Aspekt (Fig. 5).
Venus, die eine Schleifenbewegung über dem Mondknoten† vollführte, belebte auch die Quadratur, die den Drachen† mit der Venus† verbindet.
Schionatulanders Seele hatte mystischen Liebeskummer: Thomas sehnte sich nach der geistigen Welt, die er geschaut hatte und der seine ganze übermäßige Liebe galt. Er sprach kaum mehr und entfremdete sich von den irdischen Angelegenheiten.

Zusätzlich wurde die Quadratur, die Jupiter† mit dem Drachen† bildet, durch den Übergang des Mondknotens über den Jupiter† aktiviert.
Thomas empfand eine Disharmonie zwischen seinen geistigen Erlebnissen und dem theologischen Betrieb.

Die heilige Liebe macht Schauen. Mitten in der Abhandlung über die Buße überkam es ihn. Er schrieb, dass "läßliche Sünden verziehen werden durch einen glühenden Akt der Liebe…" Dann brach das Schauen auf. (…) Thomas schwieg vom Nikolaustage des Jahres 1273 an, drei Monate vor seinem Tode. Man sagt, es sei während einer Messe gewesen. Danach habe Thomas gesagt: "Ich kann nicht mehr schreiben." Noch einmal von Reginald aufgefordert, die "Summa" zu Ende zu diktieren, habe Thomas wiederholt: "… Ich habe Dinge gesehen, vor denen alles, was ich geschrieben habe, wie leeres Stroh erscheint." Ausdrücklich und mit voller Energie hatte sich Thomas geweigert, weiter zu schreiben.
(5)


Nach diesen vier Stichproben dürfen wir annehmen, dass Schionatulander als Thomas von Aquin wiedergekommen ist.


 

Bibliographie

1   
Werner Greub, Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, Dornach/Schweiz, 1974, Seite 223

2   Rudolf Steiner, Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, VI. Band, Verlag der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung, Dornach/Schweiz, 1966, Vortrag vom 14. August 1924, Seite 107

3 und 4   Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Verlag Traugott Bautz, Band XI (1996), Spalten 1324-1370, Autor: Bernd Kettern, ehemals www.bautz.de/bbkl, heute nicht mehr online.

5   Berthold Wulf, Doctor Angelicus, Are-Verlag, Ahrweiler/Rheinland, 1964, Seite 87

 
 
 
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