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Innere Etappen

Dominikus
 
 

Fig. 1

 

Der Theologe
Die Jahre 1911 und 1912 sind repräsentativ für die erste Etappe in der inneren Entwicklung Friedrich Rittelmeyers.
Mars bildete eine Schleife über dem Deszendenten der Lokalisierung (Fig. 1). Die Tatkraft und das mutvolle Auftreten, die Dominikus in seinem Erdenleben ausgebildet hatte, wurden in dieser Zeit stimuliert.
Die Tätigkeit und die Unternehmungslust (Mars) standen im Vordergrund. Sie waren aber mit einem Drang nach Erneuerung (Uranus) verbunden, denn der laufende Mars wirkte mit dem Trigon, das Mars† und Uranus† im Sterbehoroskop bilden.
Aus seinem innersten Wesen heraus brachte Friedrich Rittelmeyer Dynamik, Aktivität, Veränderungen und Modernisierung in die Nürnberger Kirche hinein.
Im Radix würden wir sehen, dass er dadurch in heftige Auseinandersetzungen verwickelt wurde.

 
 
 

Fig. 2

 

Jupiters Schleifenbahn über dem Aszendenten der Lokalisierung verstärkte den theologischen Verstand, den sich Dominikus im 13. Jahrhundert angeeignet hatte und der in Friedrich Rittelmeyer weiterwirkte (Fig. 2).
Er verband die Theologie mit Qualitäten, die Jupiter† im Sterbehoroskop aufweist: er versuchte Grenzen zu überwinden (Konjunktion mit Pluto†), den Intellekt einzubeziehen (Konjunktion mit Merkur†) und die Erhebung der Seelen zu fördern (Trigon mit Neptun†).
Im Geburtshoroskop würden wir lesen, dass der Pfarrer von Heilig Geist sein Ideal in die Tat umsetzte.

Seine Nürnberger Tätigkeit erschöpfte sich eben nicht in erbaulicher "Kanzelrede". Hinzu trat bei ihm und bei Christian Geyer noch etwas anderes: Lange bevor Begriff und Methode kirchlicher Erwachsenenbildung geprägt waren, praktizierten die Pfarrherren von Sankt Sebald und von Heilig Geist Formen eines gezielten Gemeindeaufbaues, etwa durch Abhaltung von sogenannten "Besprechungsabenden".
Besprochen wurden solche Zeit-, Glaubens- und Weltanschauungsfragen, die ein sehr unterschiedlich zusammengesetztes, nach Hunderten zählendes Hörerpublikum artikulierte.
(1)

 
 
 

Fig. 3

 

Nachdem Friedrich Rittelmeyer im November 1911 vier Vorträge über Jesus gehalten hatte, gestaltete er sie zum Buch Jesus, das 1912 erschien.
1911 hatte er Michael Bauer und Rudolf Steiner kennengelernt. Er studierte die Schriften des Geistesforschers, musste aber noch eine Zeitlang seine eigenen Wege gehen.


 
 
 

Fig. 4

 

Seelische Krise
Im Sterbehoroskop sind Pluto, Merkur und Jupiter mit Saturn durch eine Quadratur verbunden. Die Saturnschleife stimulierte diesen Aspekt (Fig. 4).
Eine Bedrückung, die die Kreativität erschwerte oder zeitweise sogar verhinderte, lastete auf der Seele.


 
 
 

Fig. 5

 

Die Quadratur, die Merkur† und Saturn† bilden, wurde Ende 1919 zweifach aktiviert: einerseits durch den Saturnübergang über den Merkur† (Fig. 4) und andererseits durch die Schleife, die Merkur über dem Saturn† zeichnete (Fig. 5). Merkurs Wirkung war besonders stark weil die Verlangsamung seines Laufes und sein Stillstand über dem Saturn† stattfanden.
Nur eine starke Seele wie diejenige des wiedergekommenen Dominikus vermag einen so problematischen Reziproktransit zu ertragen. Durch die innere Lähmung hätte Friedrich Rittelmeyer in depressive Zustände verfallen können, denn, zusätzlich zur inneren Krise, wurde die Gesundheit beeinträchtigt.

Für mich kam damals noch eine gründliche Prüfung. Ende 1919 wurde ich krank. Jede geistige Arbeit angestrengter Art war unmöglich und rächte sich durch den üblichen Magenwiderstand (...)
Was sagte Steiner? Nicht ich selbst, aber andre schrieben für mich an ihn. Es kam keine Antwort (...)
Erst ein halbes Jahr später stellte sich heraus, dass Steiner tatsächlich den Auftrag gegeben hatte, mir zu schreiben, dass es aber unterblieben war.
Endlich stellte der neunte Arzt, ein weltberühmter Nervenarzt, die richtige Diagnose: Nachträgliche Folgen eines Absturzes
(in den Bergen, am 1. August 1918) in den feinen Häuten des Gehirns. Er gab auch eine Therapie, die langsam zur Überwindung führen sollte. Nachdem ich ein halbes Jahr krank gelegen war, wandte ich mich aus besonderem Grund durch einen Bekannten nochmals an Steiner. Jetzt kam ein ausführlicher Brief von ihm. Diagnose: Nachträgliche Folgen eines Absturzes in den feinen Häuten des Gehirns, auftreffend auf ein Seelenleben, das in den letzten Jahren viel durchgemacht hat. Therapie: dieselbe wie die des Nervenarztes, nur rhythmischer, feiner auf den individuellen Organismus zugespitzt (...)
In seinem Brief hatte Steiner auch geschrieben, die Krankheit verlange noch mindestens ein halbes Jahr völlige Ruhe. Es dauerte dreiviertel Jahre, aber freilich, ich wollte auch das Buch zu Ende bringen, das ich vorher schon begonnen hatte über das Lebenswerk Rudolf Steiners.
(2)

 
 
 

Fig. 6

 

Als Dominikus starb, standen Saturn und der Drachenschwanz in Konjunktion. Ab Februar 1922 befanden sich beide - als laufende Elemente - im Umkreis des McL (Fig. 6). Friedrich Rittelmeyer fühlte sich aufgerufen, sich an der Verwirklichung (Saturn) eines geistigen Werks (Mondknoten) mitzubeteiligen.
Die Krise war überstanden. Ab März 1922 wirkte er an der Gründung der Christengemeinschaft mit.


 
 
 

Fig. 7

 

Die siebente Venusschleife
Im Sterbehoroskop des Dominikus bildet Venus ein Trigon mit Saturn und mit dem Drachenschwanz (Fig. 7).
In acht Jahren entstehen 6 Venusschleifen. Die sechste fällt eng mit der ersten zusammen; sie liegt 2,5° weiter hinten im Tierkreis.
Zu Friedrich Rittelmeyers Lebzeiten bildete sich eine der Schleifen immer in der Advents- und Weihnachtszeit. Jetzt betrachten wir nur die Schleifen dieser Jahreszeit. Er war zweijährig, als sich die erste bildete. Sie ist in Rot dargestellt. Die Phasen der Verlangsamung, des Stillstands und der Rückläufigkeit spielten sich teilweise im Bereich des AcL ab.
Als er fünfzig war, entstand die siebente Schleife. In dieser, die in Blau gezeichnet ist, verliefen die drei wichtigen Phasen (Strecke 5-12) ganz im Bereich des AcL, des Saturn† und des Drachenschwanzes†. Der erste Adventssonntag fiel auf den 26. November (Punkt 9).
1922 empfand er Weihnachten als ein Fest, das ihn mit der geistigen Welt verband (Mondknoten), das ihn beglückte (Venus), das ihn aber zugleich ernst und nachdenklich stimmte (Saturn).

Am ersten Advent 1922 wurde in der Stuttgarter Gemeinde die erste Menschenweihehandlung gefeiert.


 

Erzoberlenker aus karmischen Gründen
Geyer, Rittelmeyer, Bock: diese Dreiergestalt hatte sich mit Blick auf die Leitung der Bewegung herauskristallisiert. Sie fand die Zustimmung der werdenden Gemeinschaft. Steiner hatte dagegen schon im September 1921 die Absicht geäußert, dass Rittelmeyer der Christengemeinschaft als "Bischof" vorstehen sollte. Dies hätte dem späteren Titel des "Erzoberlenkers" entsprochen. Doch der mit dieser Würde Bedachte widersprach eindringlich. (3)

Wie Rittelmeyer selbst berichtet, war es von Anfang an Steiners Wille, dass er,
der erfahrene und weithin angesehene evangelische Pfarrer an die Spitze der Bewegung treten sollte. Der aber - es wurde schon erwähnt - widersprach mit Rücksicht auf seine beiden befreundeten Kollegen, den älteren Christian Geyer und Emil Bock als dem Repräsentanten der jungen Generation. Zumindest ihnen gegenüber wollte er nicht der Vorgesetzte oder Höherrangige sein. So fasste man auf seinen Vorschlag hin ein aus ihnen bestehendes gemeinschaftlich agierendes Dreiergremium ins Auge (...)
Aber dabei blieb es nicht, weil Steiner an seiner Absicht festhielt und ihm auch auf der Leitungsebene der Bewegung "ein Übergewicht" geben wollte. Darauf kam er 1924 erneut zu sprechen, indem er karmische Faktoren zur Geltung brachte, die seines Erachtens berücksichtigt werden müssten.
(4)

1215 stiftete Dominikus den Orden der Prediger (Dominikaner).
Der Dominikaner Albertus Magnus lehrte seit 1230 zu Paris. 1254 wurde er Provinzial seines Ordens in Deutschland.
Thomas von Aquin trat 1243 zu Neapel in den Dominikanerorden ein und ward ein Schüler Alberts d. Gr.
Das waren vielleicht die karmischen Gründe, aus denen Friedrich Rittelmeyer zum Erzoberlenker erhoben werden musste.

Am 16. September 1922 zelebrierte Friedrich Rittelmeyer die erste vollständige Menschenweihehandlung und vollendete die Weihe der ersten zwölf Priester.
Marie Steiner, Albert Steffen und Ernst Uehli waren Zeugen des Geschehens. (5)

Auf Wunsch Rudolf Steiners gehörte er seit 1923 (...) dem Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland an. Er wurde von Rudolf Steiner zum "Goetheanum-Redner" ernannt, der mit wenigen andern überall im Namen Rudolf Steiners und des Vorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft sprechen durfte. (6)

Friedrich Rittelmeyer wurde am 24. Februar 1925 zum Erzoberlenker erhoben. (Die Einsetzungsfeier) fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nur im Beisein der Priesterschaft statt. Steiner, der nicht in der Lage war, an Ort und Stelle persönlicher Zeuge dieses Geschehens zu sein, beauftragte seine Frau Marie Steiner und Günther Wachsmuth, ihn zu vertreten. (7)
Rudolf Steiner verstarb vier Wochen später, am 30. März 1925.

Friedrich Rittelmeyer hat diese Würde nie ersehnt. Das Sterbehoroskop des Dominikus wurde am 24. Februar 1925 nicht aktiviert. Die Erhebung zum Erzoberlenker war nur im Geburtshoroskop, - d. h. als äußere, karmische Notwendigkeit - angekündigt: Der laufende Neptun (20°50' Löwe) belebte das Trigon, das im Radix zwischen Jupiter (24°09' Löwe) und Neptun (25°15' Widder) vorliegt.



 
 
 

Fig. 8

 

In der Seele des wiedergekommenen Dominikus wurden in den Jahren 1928 bis 1936 die schönsten Kräfte wiederbelebt (Fig. 8). Neptuns Übergang über Pluto†, Merkur† und Jupiter† verstärkte die Trigone, die Neptun† mit ihnen bildet.
Der Neptuntransit war der Grundton, der bis in das Jahr 1936 anhielt; gleichzeitig erfolgten aber noch andere Transite, die nicht im Diagramm erscheinen.
Friedrich Rittelmeyer erreichte eine hohe Stufe in seinen meditativen Bemühungen und konnte die Früchte in Lehrbüchern weitergeben.

Seinem schwerkranken Freund Michael Bauer schrieb er am 7. Juni 1929:
Eben bin ich mit meiner Meditationsbetrachtung über das Kreuz fertig geworden und habe sehr das Bedürfnis, Dir einen Gruß zu schicken. (...) Jetzt kommt zunächst die Meditation über die drei Leidensstufen, die schon in der Vervielfältigung ist. Merkwürdig, wie mir diese Meditationsbetrachtungen förmlich unter den Fingern wegfließen. Ich habe den Eindruck, dass ich hier eigentlich in meinem Element bin. Nun stehen noch aus: die letzte der drei Gefühlsmeditationen über Auferstehung und Himmelfahrt, dann drei über die Willensweihe als Vorbereitung zur Christusmagie, und dann eine Schlussbetrachtung. Bis Ende Oktober hoffe ich fertig zu sein... Den Eindruck des Naheseins des ätherischen Christus habe ich oft sehr stark. Und wenn ich dann an Dich denke und an unser Verbundensein zu gleichem Wirken, so ist es etwas völlig über das jetzige Dasein Hinausgehendes. (8)
Michael Bauer verschied am 18. Juni 1929.

In den Jahren des Neptuntransits erschienen u. a. die folgenden Schriften Friedrich Rittelmeyers in Stuttgart:
Meditation, Zwölf Briefe über Selbsterziehung, 1929
Das Heilige Jahr, Eine Hilfe zur inneren Belebung der Jahreszeiten, 1930
Briefe über das Johannes-Evangelium, 14 Lieferungen, 1930-1932
Das Vaterunser als Menschwerdung, 1935
Christus, 1936

 
 
 
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